Neue Petition für bessere Rahmenbedingungen in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Bessere Rahmenbedingungen in der Pädiatrie fordert eine neue Petition der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unterstützt die Forderungen.

 

„Der Deutsche Bundestag möge zeitnah Reformen diskutieren und beschließen, die die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in der medizinischen Versorgung beenden und sicherstellen, dass die medizinische und pflegerische Betreuung von Kindern und Jugendlichen den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird“, heißt es in der Petition.

 

Die Fachgesellschaft warnt, die Versorgungsqualität in den Kinder- und Jugendarzt­praxen, Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin sowie im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Kinderchirurgie sei akut gefährdet: „Wir erleben jeden Tag, dass Eltern aufgrund einer verfehlten Bedarfsplanung keine Kinder- und Jugendärzte/Innen mehr finden oder nicht selten wochenlang auf einen Termin warten müssen. Strukturelle Defizite, ein zunehmender Wirtschaftlichkeitsdruck und vor allem ein sich absehbar verschärfender Mangel an Fachkräften können bereits jetzt nicht mehr kompensiert werden“, so die DAKJ.

 

„Wir mahnen schon seit langem, dass die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in diesem Land gefährdet ist. Nahezu überall in Deutschland fehlen Kinder- und Jugendärzte – das gilt nicht nur für die ländlichen Regionen. Auch in Großstädten wie Berlin und München suchen Eltern oft verzweifelt nach einer Praxis für ihren Nachwuchs“, mahnt der Präsident des BVKJ, Thomas Fischbach. Diese Situation werde sich in den kommenden Jahren noch dramatisch verschärfen. „Knapp die Hälfte der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte sind bereits 60 Jahre und älter. Viele werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren ihre Praxen schließen, ohne dass es einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gibt“, warnte er.

 

Die DAKJ fordert in der Petition unter anderem:

 

  • Die Finanzierung einer bedarfsgerechten pädiatrischen Versorgung
  • Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Kinderkrankenpflege
  • Eine Erhöhung der Ärztezahl im öffentlichen Gesundheitsdienst
  • Eine Erhöhung der Anzahl der Studienplätze in der Humanmedizin
  • Die Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie analog zur Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin
  • Die Sicherstellung des Betriebs von Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin.

 

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Berlin